Chateauneuf-du-Pape
21.07.2006

Altes Forsthaus Germerode
Bearbeitet von Berthold Bzdak

Sommerdegustationswerkstatt im Alten Forsthaus - das ist immer etwas besonderes! Diesmal standen die Weine des Chateauneuf-du-Pape auf dem Programm. Der bekannte Weinkritiker Robert Parker Jun. - ein großer Freund des Chateauneuf-du-Pape meint dazu: "Ich finde zwar an den verschiedensten Weinen Geschmack, den Chateauneuf-du-Pape trinke ich aber am häufigsten.() Und oft habe ich mich gefragt, warum bei einem Abendessen mit lieben Freunden so häufig ein Chateauneuf-du-Pape im Mittelpunkt steht, während der Bordeaux anderen Gelegenheiten vorbehalten zu bleiben scheint?"

Die Erwartungen waren also entsprechend hoch - und wurden weit übertroffen! Rob Ariens hat alles aufgetragen, was Rang und Namen hat: von Dom. Charvin bis Pierre Usseglio, von Charbonniere bis Dom. du Pégau. Dabei wurden die Jahrgänge 1996 (Roger Sabon "Cuvée Prestige") bis 2001 (Pierre Usseglio) verkostet und fast alle befanden sich in Top Form: Opulente und zugleich auch elegante vielschichtige Weine mit "Suchtpotenzial"! Aromen von roten Früchten, Honig, blauen Blüten, im Einzelfall auch weitere balsamische Noten in der Nase wurden begleitet von einer fruchtigen, würzig abgerundeten Eleganz, die niemals langweilig wird und immer wieder Lust auf mehr bereitet.

Dies traf ganz besonders auf das Highlight des Abends zu: eine Verkostung von sechs Weinen aus vier Jahrgängen (1997 bis 2000) des legendären Chateau Rayas, eine (verdeckte) Probe, wie es sie wohl deutschlandweit nur im Alten Forsthaus gibt:

Der Chateau Rayas 1997 präsentierte sich wunderschön elegant, mit einem Duft nach Pflaumen, blumig, ganz wunderbar zu trinken. Gleiches galt für den 2000er, auch er sehr zugänglich und "trinkig" und überraschender weise ein eher leichteres Kaliber.

Herausragend waren 1998 und auch 1999: komplexe Weine, bei denen man "schnüffeln" kann, ohne müde zu werden, sehr gut strukturiert, kräftig, elegant und würzig! Obwohl sie sehr alt werden können und wohl noch viel Potenzial haben, waren beide Weine schon jetzt mit großem Genuß zu trinken!

Ein wenig "untypischer" präsentierte sich der Pignan 1999 , hier gab es auch Assoziationen zu gegrilltem, wie sie eher für die nördliche Rhone typisch sind.

Als "Pirat" machte der Syrah von Chateau Fonsalette-Rayas eine ganz hervorragende Figur, wurde aber von allen Beteiligten identifiziert.

Insgesamt bleibt als Fazit:
Chateau Rayas spielt in einer "anderen Liga",aber die in Fachkreisen gehandelten Nachfolger von Jaques Reynaud -insbesondere die Brüder Piere und Raymond Usseglio und Dom Charbonniere- verringern den Abstand von Jahr zu Jahr.

Und es hat sich wieder einmal gezeigt, daß die Degustationwerktsatt von Rob Ariens deutschlandweit ein echter Geheimtip ist!

Bewertungskriterien:
F = Farbe, N = Nase, G = Gaumen

* = annehmbar, mittelmäßig ** = ziemlich gut, *** = gut, **** = sehr gut ***** = hervorragend () = Aufwertung, (*) = Abwertung